Werte sind unsere Leitplanken im Leben.

Wem folge ich nach?

Wem folge ich nach? 1024 683 Meike Schneider

Haben Nachfolger im Familienunternehmen tatsächlich die Wahl? Sind sie wirklich frei in Ihrer Entscheidung, ob Sie die Nachfolge antreten?

Wenn ich mich mit potenziellen Nachfolgern von Familienunternehmen unterhalte, oder auch mit Ihren Eltern, dann höre ich oft: „Für meine Eltern wäre es auch in Ordnung, wenn ich mich gegen eine Nachfolge im Unternehmen entscheide“, oder „Wir lassen unseren Kindern bei dieser Entscheidung die völlige Freiheit.“ Dabei schwingt oft viel Überzeugung in dieses Aussagen mit. Sie klingen ehrlich und wahr. Ohne Frage.

Und dennoch regt sich in mir der Zweifel. „Ist das wirklich so? Gibt es dieses Maß an Freiheit in einer familiären Nachfolge-Situation überhaupt? Wenn ich an meine eigene Geschichte denke, dann kann ich heute – im Rückblick – sagen: Ich war da ganz schön blauäugig. Das hatte weniger etwas mit den Erwartungen meiner Mutter oder meines Onkels an mich zu tun. Denn als ich mich in der gymnasialen Obststufe mit meinem Berufswunsch „Tierärztin oder Unternehmerin“ auseinandersetzte, war für beide schon absehbar, dass sie das Hoftor unseres familiären Landhandels nach 95 Jahren für immer zuschieben werden.

Was also beeinflusst eine solche Entscheidung überhaupt? Oder anders gefragt: Wem oder was folge ich bei meiner Entscheidungsfindung überhaupt?

Folge ich den Erwartungen der Familie, oder eines Famililienmitgliedes? Oder folge ich meinen eigenen Werten, meiner Bestimmung? Und: Wie ziehe ich hier eine klare Grenze und behalte den Überblick?

Wer so wie ich direkt im Unternehmen groß geworden ist, dort zu Mittag gegessen hat, seine Hausaufgaben an einem Schreibtisch in Mutters Büro erledigt hat, in den Sommerferien ganz selbstverständlich den Ferienjob im eigenen Unternehmen angetreten hat, der hat vielleicht einen etwas getrübten Blick auf die eigenen Werte und die eigene Bestimmung und Berufung. Immerhin war unser Unternehmen genauso mein zu Hause wie unsere Wohnung. Und der Ferienjob im Sommer war eine Selbstverständlichkeit. Da hat niemand über Alternativen nachgedacht.

Genau diese Selbstverständlichkeit ist es, die uns manchmal im Leben auf Wege führt, die uns mit einem Mal fremd werden. Wo wir uns wundern, warum uns dieser eingeschlagene Lebensweg nicht die ersehnte Erfüllung bringt. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass der Weg zur Unternehmerin, den ich bereits mit Gründung meines eigenen Pferdefutter-Handels begann und der mich dann Schritt für Schritt zur eigenen PR- und Werbeagentur, und heute zum Unternehmer-Coach brachte, auch der Weg zur Berufung ist.

Sie fragen sich vielleicht: „Wie kann denn bewusst entscheiden?  Wie finde ich ihn, MEINEN Weg?“

Über Ihre Werte!  Ihre Werte sind die Leitplanken auf ihrem eigenen Lebensweg. Sie geben uns Halt und ein sicheres Fundament. Wie wäre es, wenn Sie sich Ihrer Werte bewusst wären? Wenn Sie Ihre eigenen Werte von denen des familiären Umfeldes unterscheiden könnten? Wenn Sie Klarheit über die Werte im Familienunternehmen hätten?

Wie würden Sie dann entscheiden?

 

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